{"id":650,"date":"2023-05-03T12:06:00","date_gmt":"2023-05-03T10:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/naturerlebnispfad-alraune.de\/?p=650"},"modified":"2023-04-26T14:14:25","modified_gmt":"2023-04-26T12:14:25","slug":"die-bienenkoenigin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/naturerlebnispfad-alraune.de\/index.php\/2023\/05\/03\/die-bienenkoenigin\/","title":{"rendered":"Die Bienenk\u00f6nigin"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"850\" height=\"579\" src=\"https:\/\/naturerlebnispfad-alraune.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Queen1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-654\" srcset=\"https:\/\/naturerlebnispfad-alraune.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Queen1.jpg 850w, https:\/\/naturerlebnispfad-alraune.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Queen1-300x204.jpg 300w, https:\/\/naturerlebnispfad-alraune.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Queen1-768x523.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da bin ich wieder, \u201eWeiser Weissbart\u201c, mit einer neuen Geschichte f\u00fcr euch. Dieses mal stehen die Bienen im Mittelpunkt. Beim Umgang mit ihnen ist f\u00fcr alle von uns aus dem Kleinen Volk Vorsicht geboten, denn sie sprechen keine Sprache, zumindest keine mit Worten. Wir k\u00f6nnen uns also nicht mit ihnen unterhalten. Ihre Sprache besteht aus getanzten Botschaften, die nur einer von uns allen beherrscht: \u201eBienent\u00e4nzer\u201c von denen \u201eDie in der Luft schweben\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eBienent\u00e4nzer\u201c ist etwas anders als die meisten seines Volkes, er ist ruhiger, vertr\u00e4umter und nachdenklicher als seine eher verspielten Kollegen. Er hat die Tanzsprache der Bienen gelernt und kann sich so ohne in Gefahr zu geraten sogar in ihren Bienenstock wagen. Eines Tages kam er ganz aufgeregt zu mir: \u201eWeiser Weissbart, ich war gerade bei den freien Bienen und es ist ganz schrecklich, ihre K\u00f6nigin \u201eWeideSummSumm\u201c ist krank, sehr krank.\u201c Was fehlt ihr denn?\u201c, fragte ich ihn. \u201eSie ist fast am ganzen K\u00f6rper von einer pelzigen Schicht bedeckt, von winzig kleinen Wesen. Sie kann sich nicht mehr bewegen und ist ganz schwach.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich fragte ihn nach ein paar mehr Einzelheiten und dann wusste ich, was zu tun war. Aber es war schwierig \u201eWei\u00dft du, wenn sich die Ameisen bedroht f\u00fchlen verspritzen sie einen Strahl, der einem ganz doll auf der Haut brennt. Aber lass mich mal in Ruhe nachdenken, denn wenn wir die Ameisen \u00e4rgern, um an diesen besonderen Saft zu kommen, werden sich viele von uns verletzen. Sie w\u00fcrden uns auch bei\u00dfen.\u201c Ich ging einen Moment in mich, es musste doch eine bessere M\u00f6glichkeit zur Rettung der Bienenk\u00f6nigin geben. Dann fiel es mir wieder ein: \u201eEs gibt da eine Raupe, die Larve des Gro\u00dfen Gabelschwanzes. Wenn man die \u00e4rgert, verspr\u00fcht sie einen Strahl derselben Fl\u00fcssigkeit wie die Ameisen. Aber diese Fl\u00fcssigkeit hilft auch gegen die Krankheit der K\u00f6nigin.\u201c \u201eUnd wo kann ich diese Raupe finden?\u201c, fragte \u201eBienent\u00e4nzer. \u201eDu findest sie leicht am Flussufer, sie ist leuchtend gr\u00fcn, hat einen gegabelten Schwanz und ein rotes Maul. Sie ist ungef\u00e4hr so gro\u00df wie wir. Aber du wirst Hilfe von zwei, besser drei anderen deines Volkes brauchen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWieso das?\u201c, wollte \u201eBienent\u00e4nzer\u201c wissen. \u201eDiese Fl\u00fcssigkeit ist f\u00fcr uns sehr unangenehm, sie kann uns sogar gef\u00e4hrlich werden. Einer von euch muss einen Eichelhut tragen, um die Fl\u00fcssigkeit aufzufangen, die anderen sollten die Raupe \u00e4rgern und ablenken. Aber seid ganz vorsichtig und lasst euch nicht bespritzen!\u201c, warnte ich ihn. \u201eBienent\u00e4nzer\u201c flog los um seine Mitstreiter zu suchen und sich dann mit ihnen auf die Suche nach der Raupe zu machen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"870\" height=\"591\" src=\"https:\/\/naturerlebnispfad-alraune.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Queen2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-655\" srcset=\"https:\/\/naturerlebnispfad-alraune.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Queen2.jpg 870w, https:\/\/naturerlebnispfad-alraune.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Queen2-300x204.jpg 300w, https:\/\/naturerlebnispfad-alraune.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Queen2-768x522.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach ein paar Versuchen entdeckten sie sie auf einem dickem gr\u00fcnen Blatt, das schon einige L\u00f6cher aufwies. Die Raupe war am fressen. Seine drei Mitstreiter pieksten die Raupe von der Seite und von hinten mit kleinen St\u00f6cken, w\u00e4hrend \u201eBienent\u00e4nzer\u201c vor ihr mit dem Eichelhut auf und ab tanzte. Schon nach kurzer Zeit spritzte die Raupe ihren Strahl ab und der geschickte \u201eBienent\u00e4nzer\u201c fing ihn mit dem Eichelhut auf, ohne einen Spritzer abzubekommen. Schnell flogen die vier wieder zur\u00fcck zu \u201eWeiser Weissbart\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eUnd was machen wir jetzt?\u201c, fragte \u201eBienent\u00e4nzer\u201c. \u201eNun kommt der schwierige Teil, den nur du schaffen kannst\u201c, antwortete ich. \u201eZun\u00e4chst einmal musst du in den Bienenstock und den Bienen erkl\u00e4ren, dass die K\u00f6nigin alleine in einem Raum sein muss. Dann stellst du den Eichelhut mit der S\u00e4ure ab, die verdunstet langsam und so nach einem Tag sollte die K\u00f6nigin nicht mehr von den kleinen Milben befallen sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDas sollte ich schaffen\u201c, meinte \u201eBienent\u00e4nzer\u201c zuversichtlich und machte sich auf den Weg zum Bienenstock. Der war in einer Weide, denn \u201eWeideSummSumm\u201c war eine freie Bienenk\u00f6nigin. Die meisten hier lebenden gro\u00dfen Bienenv\u00f6lker nannten wir \u201eRiesenbienen\u201c, nicht weil sie so gro\u00df waren, sondern weil sie in eckigen Wohnungen lebten, die ihnen die Riesen gebaut hatten und die sie dort auch versorgten. Daf\u00fcr nahmen sie ihnen ein Gro\u00dfteil des Honigs weg. Als Ersatz gab es Zuckerwasser oder \u00e4hnliches. \u201eWeideSummSumm\u201c hatte eines Tages beschlossen lieber mit einem kleineren Volk aber in Freiheit zu leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sobald \u201eBienent\u00e4nzer\u201c sich dem Bienenstock n\u00e4herte, kamen die W\u00e4chter auf ihn zugeflogen. Jeden anderen h\u00e4tten sie angegriffen, um ihn zu vertreiben, aber \u201eBienent\u00e4nzer\u201c tanzte sein Anliegen vor und die W\u00e4chterbienen lie\u00dfen ihn in den Stock. Es ging vorbei an den Bieneneiern, den Waben in denen die Larven gef\u00fcttert wurden, bis zu einer speziellen Kammer, in der K\u00f6nigin stumm vor sich hin litt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er stellte den Eichelhut mit der S\u00e4ure an einem sicheren Ort ab, tanzte eine Ehrerbietung an die K\u00f6nigin (man sollte ja immer die Form wahren) und machte sich dann auf den R\u00fcckweg an die frische Luft. Gerade f\u00fcr einen von denen \u201eDie in der Luft schweben\u201c war so ein Bienenstock doch recht stickig.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/naturerlebnispfad-alraune.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lastchance-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-653\" width=\"674\" height=\"280\" srcset=\"https:\/\/naturerlebnispfad-alraune.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lastchance-2.jpg 850w, https:\/\/naturerlebnispfad-alraune.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lastchance-2-300x125.jpg 300w, https:\/\/naturerlebnispfad-alraune.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Lastchance-2-768x320.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 674px) 100vw, 674px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Tag, es wurde schon so langsam dunkel, besuchte er mich wieder und brachte einen halben Eichelhut voll mit leckerem Honig mit. \u201eDas ist die H\u00e4lfte von dem, was die Bienen mir f\u00fcr die Rettung ihrer K\u00f6nigin geschenkt haben. Ohne dein Wissen w\u00e4re es echt schwierig geworden. Denn die Ameisen, die auch diese S\u00e4ure verspritzen, h\u00e4tten uns wohl arg zugesetzt wenn wir es bei ihnen versucht h\u00e4tten.\u201c \u201eDa hast du wohl recht\u201c, meinte ich. \u201eBis demn\u00e4chst dann mal und danke, das Du an mich gedacht hast.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich habe ich den Honig nicht f\u00fcr mich behalten, wir alle \u201eDie in den B\u00e4umen leben\u201c hatten eine ganze Zeit etwas von dieser f\u00fcr uns sehr seltenen Leckerei. Hilfsbereitschaft lohnt sich auch f\u00fcr den Magen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So, tsch\u00fc\u00df erstmal und bald gibt es wieder eine neue Geschichte f\u00fcr euch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Text: Michael Dodt, Zeichnungen: Manuela Tolksdorf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da bin ich wieder, \u201eWeiser Weissbart\u201c, mit einer neuen Geschichte f\u00fcr euch. 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