Giftpflanzen in Natur und Parks

Ziel ist das Erlernen der Erkennung von heimischen Giftpflanzen. Diese werden sowohl als lebende Pflanze als auch in unterschiedlichen Vegetationsperioden auf interaktiven Schautafeln abgebildet sein. Dabei wird Wert auf „Doppelgänger“ (wie z.B. Maiglöckchen – Bärlauch) gelegt.

Im Juli endet die Blütezeit und beginnt die Fruchtreife der Fingerhüte, deren grosse, röhrige Blüten Blumenfreunde begeistern. Eine der schönsten der etwa 20 in Europa vertretenen Arten ist der Rote Fingerhut, der in unseren Gärten und Naturarealen weit verbreitet ist. Namengebend für den Roten Fingerhut sind seine fingerhutförmigen Blüten mit meist purpurroter Krone. Der Blütenschlund ist durch dunklere, unregelmässige, fest umrissene Flecken markiert. Die 100 cm und höher wachsende Pflanze ist zweijährig; aus den Samen treiben im ersten Vegetationsjahr dichte, grosslaubige Blattrosetten au s, die nach der Überwinterung im zweiten Jahr einen oder mehrere Stengel bilden, an denen sich die Blütentrauben entwickeln. Bei der Kultur im Garten zählt der Fingerhut zu den anspruchslosesten Zweijährigen; er bevorzugt sonnige Plätze auf humosem Boden. Weil die sehr kleinen Samen der Fruchtkapseln häufig durch Insekten verschleppt werden, entstehen im Garten oft ohne gärtnerische Hilfe dichte, prachtvoll blühende Fingerhut-Bestände. Unter den Zuchtkultivaten für den Garten gibt es neben den rotblütigen auch weisse und gelbe Sorten. Alle Fingerhut-Arten, vor allem der im Balkan heimische Wollige Fingerhut, haben seit langem Bedeutung für die Gewinnung herzaktiver Medikamente. Bereits um 1775 führte der englische Arzt Witherung den Roten Fingerhut in die europäische Pharmazie ein.


Gift für das Herz
Vor allem die Blätter des Fingerhuts enthalten das giftige Digitoxin und andere, herzwirksame Glykoside. Tödliche Vergiftungen kommen bisweilen bei Haus- und Stalltieren vor, die das Kraut des Fingerhuts oder mit ihm versetztes Heu gefressen haben.

 

 

 

 

 

 

Die Blasenkirsche enthält in ihrem Wurzelstock das giftige Alkaloid Hygrin, in den Blättern das Lakton Physalin. Vergiftungen sind selten, weil Haus- und Stalltiere die Pflanze meist meiden. Die Beerenfrüchte, insbesondere für Kinder zum Verzehr animierender Pflanzenteil, sind weniger gefährlich, zudem nicht schmackhaft.